Autourlaub mit Hund – die ultimative Checkliste


Verreisen mit Hund

50% aller Hunde werden in den Urlaub mitgenommen und die meisten Reisen davon werden mit dem eigenen Auto unternommen.

Auch wenn ein Hund eigentlich immer reisefertig ist, so sollte man doch auch eine Packliste für den Vierbeiner erstellen und seine Bedürfnisse im Urlaub miteinplanen. Schließlich soll auch der Hund eine schöne Zeit haben und Zoogeschäfte oder Tierärzte möchte man unterwegs auch nicht suchen müssen.

Wohin mit kleinen Hunden im Auto?

Es sollte gut überlegt sein, wo der Hund im Auto seinen Platz hat, vor allem aus Sicherheitsgründen. Niemals sollte ein Hund frei auf der Rückbank sitzen, dies kann bereits bei leichten Bremsmanövern tödlich für den Hund enden. Bei einer Vollbremsung aus 70km/h heraus trifft ein 15kg schwerer Hund mit einer Durchschlagskraft von über 1000 kg (1 Tonne!) auf alles was ihm in den Weg kommt.

Kleine Hunde sind am besten im Fußraum des Beifahrers aufgehoben oder in einer Transportbox, vorausgesetzt, sie haben sich in dieser Box zu Hause schon einleben dürfen.
Die Box sollte dann auf der Rückbank mit einem Hunde-Sicherheitsgurt befestigt werden. Kleine bis mittlere Hunde können auch mit einem Hunde-Sicherheitsgurt auf der Rückbank befestigt werden. Dafür muss aber unbedingt ein entsprechend geeignetes Brustgeschirr benutzt werden – niemals den Hund am Halsband angurten! Das kann bei Bremsmanövern einen Genickbruch zur Folge haben.

Große Hunde sicher im Auto transportieren

Der beste Platz für größere Hunde ist hinter einem Trenn-Gitter im Kofferraum. Dafür eignen sich am besten Kombis und SUV’s mit offenem Kofferraumbereich. In Fahrzeugen ohne offenen Kofferraum kann man auch zwischen Vorder- und Rücksitzen ein Sicherheitsgitter einbauen – Beispiel. Von der Verwendung von Netzen wird abgeraten, sie geben keinen zuverlässigen Schutz.

Bis zu einer bestimmten Größe kann der Hund auch in einer Transportbox im Kofferraum transportiert werden – vielen Hunden gibt die Box zusätzliche Sicherheit und sie können stressfreier reisen. Dafür sollte der Hund an die Box gewöhnt werden und schon Wochen vor dem Urlaub immer mal wieder eine Zeit in der Box verbringen. Am besten man verbindet diesen Aufenthalt zunächst mit der Fütterung oder dem Geben von Leckerchen, um die Box positiv zu besetzen.

Die richtige Hunde-Transportbox fürs Auto

  • Länge: Nase bis Rutenwurzel messen, die Box sollte 10-30cm länger sein
  • Breite: Schulterblattbreite messen, die Box sollte doppelt so breit sein
  • Höhe: Kopfhöhe vom Boden messen, die Box sollte 15cm höher sein
  • eine Box ohne direkten Sichtkontakt nach außen trägt dazu bei, dass der Hund eher Ruhe findet

Worauf sollte man während der Fahrt achten?

  • der Hund darf nicht im Fahrtwind sitzen oder den Kopf aus dem Fenster halten
  • Stau vermeiden, insbesondere, wenn es heiß ist – dann lieber abfahren und Gassi gehen bis es weitergeht
  • bei sehr langen Fahrten längere Pausen machen bzw. Zwischenübernachtungen einplanen
  • Hund niemals im Auto lassen (bei 40 Grad hält ein Hund es nur 15min im Auto aus) – Klimaanlage unter 20 Grad ist ebenfalls nicht gesund
  • während der Fahrt nicht füttern (und 4 Stunden vorher auch schon nicht mehr)
  • regelmäßig Frischwasser anbieten (am besten bereits abgefüllt in einer Tupperdose)
  • Falls Ihr Hund auf Bergstrecken viel gähnt oder hechelt, geben Sie eine Kleinigkeit zum Kauen, dadurch löst sich der Druck in den Ohren
  • ganz wichtig: Informieren Sie sich über die Einreisebestimmungen des Ziellandes und vergessen Sie auch die von Durchreiseländern nicht!
  • falls der Hund frei im Kofferraum sitzt, lassen Sie die Leine am Hund – wenn man direkt an der Straße anhalten muss oder in anderen brenzligen Situationen den Kofferraum öffnet, kann er nicht aus Versehen entkommen und in Gefahr geraten

Unfall oder Panne – passen Sie gut auf Ihren Hund auf!

Bei einer Autopanne bzw. einem Autounfall ist es ratsam, eine spezielle Warnweste für das Tier zu nutzen und es zügig aus dem Unfallbereich zu bringen und anzubinden. Mit Anleinen können diverse Unfallrisiken minimiert werden, da der Hund in der ungewohnten Umgebung durch Verunsicherung anders als sonst reagieren kann. Freilauf in unbekanntem Gelände sollte vermieden werden.

Packliste für den Hund

  • ausreichend Futter für die Urlaubszeit (besser etwas zuviel einpacken, um Futterwechsel zu vermeiden)
  • Leckerlis, Kauartikel
  • Futter- und Trinknapf (faltbare Reisenäpfe sind platzsparend) – in Fereinwohnungen für Hunde gibt es oft Näpfe, am besten vorher nachfragen
  • Wasserflasche & Napf für unterwegs
  • Bürste, Kamm
  • Korb / Decke / Kissen
  • zusätzliche Hundedecke, um zum Beispiel das Sofa in der Ferienwohnung oder im Hotel abzudecken
  • Handtuch, falls der dreckige Hund abgeduscht werden muss
  • Spielzeug, insbesondere Wasserspielzeug bei Strandurlaub
  • EU-Heimtierausweis
  • Reiseapotheke (siehe unten)
  • Leine und Halsband
  • Namensschild mit Kontaktdaten
  • Maulkorb (falls zum Beispiel im Urlaubsland vorgeschrieben)
  • Kotbeutel
  • Haftpflicht-Versicherungsnummer
  • evtl. Hunde-Rucksack – für alle, die mit Hund große Wanderungen unternehmen (muss der Hund vorher dran gewöhnt werden)
  • evtl. Hunde-Schuhe für längere Wanderungen über schroffes Gestein, damit der Hund sich keine wunden Pfoten holt
  • Warnweste für den Hund (bei Unfall / Panne)
  • evtl. Schwimmweste für den Hund (bei geplanten Bootsausflügen)

1. Hilfe-Set für Hunde – was muss rein?

  • Medikamente, die Ihr Hund aktuell nehmen muss (in ausreichender Menge)
  • Zeckenzange & Pinzette, um stachek u.ä. zu entfernen
  • Thermometer
  • Desinfektionsmittel für Wunden
  • Augenwasser zum Ausspülen (speziell für Hunde, weil Salzgehalt anders als bei Menschen)
  • Maloxaan (bei Hunden, die zu Sodbrennen neigen)
  • Wundsalbe
  • Mittel gegen Übelkeit (mit Tierarzt bereden – homöopathisches Mittel reicht oft)Mittel zur Beruhigung – es gibt pflanzliche Präparate
  • Wundkompresse + Bandage (selbstklebend) – für die Erstversorgung, danach wird es eh heruntergerissen

Tipp:Durchfall kann leicht durch Stress, Trinken aus Pfützen, ungewohntes Futter oder sonstiges ausgelöst werden, daher sollte man vorbereitet sein: bei Durchfall sollte der Magen zunächst 24h lang leer gelassen werden, um ihn auf “Null” zu stellen, dann am besten mit kleinen Portionen aus gekochtem klebrigen Reis und Hühnchen wieder “anfüttern”, darüber ein Löffel Weizenkleie und vielelicht noch ein Löffel Naturjoghurt. Nach und nach dann wieder das normale untermischen. Hühnchen kann man schlecht auf Vorrat mitnehmen, aber eine Packung Milchreis und etwas abgepackte Weizenkleie könnte man durchaus mitnehmen.

An alles gedacht? Dann viel Spaß mit dem treuen Freund im nächsten Urlaub!

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